Hoch und Tief

Ja, der gestrige Tag hatte definitiv sein Hoch und sein Tief.
Also begonnen hat der Tag ja ganz harmlos, Anna Xing schlief so halbwegs okay – nachdem sie mitten in der Nacht eine halbe Stunde wach war und sich standhaft weigerte in ihrem Bett zu schlafen. Also verbrachte sie den Rest der Nacht zwischen uns, was zum Glueck ganz gut geht. Der Vormittag war ruhig, Anna Xing schlief ueber eine Stunde, dann Mittagessen kochen und essen – immerhin eine halbe Portion hat Madame zu sich genommen.
Dann fuhren wir ins Kringlan Einkaufszentrum – nicht um etwas zu kaufen sondern nur um Anna Xing Gelegenheit zu geben nach herzenslust herum zu laufen und Geschaefte anzuschauen. Und das tat sie dann auch die naechsten 90 Minuten. Sie war nicht wirklich zu bremsen, lief hierhin und dorthin, manchmal auch in die Geschaefte hinein. Ich konnte nicht immer verhindern dass sie die Regale ausraeumte aber sie hat zumindest nichts beschaedigt sodass ich auch nichts kaufen musste. Sie lachte allen Passanten entgegen und bekam viele freundliche Laecheln zurueck. Die meisten Leute scheinen sie recht suess zu finden. Eine Frau war so von ihr angetan dass sie gegen eine Saeule lief. Es war einfach lustig und toll hinter Anna Xing her zu gehen, zu sehen wohin sie geht, wie sicher sie rumlaeuft und wie viel Spass es ihr machte. Definitiv ein Hoch.
Und von da an gings bergab.
Wieder zuhause gabs das Flaeschchen und dann sollte meine doch etwas erschöpfte Tochter schlafen. Naja, nach 20 Minuten im HippHammock schlief sie dann auch ein – und genau da kam dieses blöde Katzenvieh ins Zimmer und sagte sehr laut und deutlich: Miau – ich bin jetzt auch hier und will gestreichelt werden. Bing – Anna Xing war wieder hellwach. Ich machte Kassandra eher unfreundlich deutlich dass sie nun nicht mit Streicheleinheiten zu rechnen haette. Sie rollte sich beleidigt auf meinem Bett ein, behielt Anna Xing und mich aber im Auge. Das tat Sámur uebrigens auch der es fuer unbedingt notwendig hielt genau vor meinen Fuessen zu liegen. Naja, nach weiteren 15 Minuten schlief Anna Xing wieder ein und es gelang mir sie in ihr Bett zu legen – mein Kreuz und meine Schultern waren eher nicht begeistert von dieser Aktion.
30 Minuten Pause – uff.
Als Einar nachhause kam gingen wir alle gemeinsam spazieren, es schien immerhin die Sonne. Sehr nett.
Dann Abendessen und wie ueblich braucht Anna Xing ihren eigenen Löffel. Nicht um selber zu essen, nein. Sondern um Teile des Essens möglichst regelmaessig ueber den Esstisch, ihr Gesicht, die Haare, ihr Laetzchen und den Boden rund um sie zu verteilen – Sámur steht abwartend bereit. Nur diesmal hat sie auch ihren „kindergerecht geformten“ Löffel runter geschmissen. Und Sámur dachte: fein, auch der ist fuer mich und hat ihn als Nagknochen missbraucht. Wir hörten es nur noch knirschen und krachen. Definitiv ein Tief. Aber ich konnte ihn nichtmal schimpfen, er sah so lustig aus wie er dalag, den giftgruenen Löffel zwischen den Pfoten und darauf herum nagte. Leider stand er sofort auf als ich mich mit der Kamera naeherte.
Der Rest des Abends ging ganz gut nur war Anna Xing nach diesem Tag doch muede und wollte viel getragen werden.
Ich verzog mich mit Sámur zu einem Training der Rettungshunde – wir besuchten ein Schulschiff der Wasserrettung und uebten darauf. War recht lustig und fuer die Hunde sehr herausfordernd – oder habt ihr mal versucht auf vier Pfoten ueber eine sehr rutschige Stahlleiter zu klettern….

Heute ist wieder gutes Wetter – aber ueber Nacht hat es ein bisschen geschneit. Nur ein paar Flocken aber genug sodass alles weiss angezuckert ist und kalt und winterlich aussieht. Anna Xing schlaeft jetzt im Wagen vor der Tuer (Frischluft ist gut), von Sámur bewacht (naja, also ich will ja nicht die Probe aufs Exempel machen, ich glaube dass Sámur jeden Einbrecher oder Kinderdieb gleich freundlich empfangen wuerde wie z.B. unseren Postboten…). Spaeter werden wir einkaufen gehen – wir brauchen einen neuen giftgruenen Kinderlöffel….

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