Wir essen selber

Ja, nun ist es soweit. Monatelang hat Anna Xing bei jeder Mahlzeit ihren eigenen Löffel gehabt – wobei sie natuerlich immer den Löffel wollte den ich gerade zum Fuettern benutzte…sie hat immer wieder im Essen rumgestochert, es schön regelmaessig ueber den Tisch verteilt, manchmal auch versucht den Löffel in den Mund zu stecken – wobei sie meist alles Essen darauf „unterwegs“ verlor. Gestern hat sie dann schon etliche Bissen selber gegessen. Und heute hat sie ihr gesammtes Mittagessen vom ersten bis zum letzten Löffel selber gegessen! Ich habe ihr nur manchmal geholfen dass sie ueberhaupt etwas auf dem Löffel hatte, aber meist brauchte ich nicht einmal das zu tun. Und das Beste ist: der Grossteil des Essens landete wirklich in ihrem Mund und somit hoffentlich im Magen. Bin schon sehr stolz auf mein grosses und tapferes Maedchen!

Und nun kurz was seit dem letzten Eintrag geschah:
Letztes Wochenende waren wir mit unseren lieben Freunden Jan und Magga und deren Töchter Berglind und Freyja in einem Wochenendhaus bei Úlfjótsvatn nahe Þingvallavatn. Es war sehr gemuetlich und nett. Am Samstag fuhren wir bei herrlichstem Sonnenschein aber eher kaltem Wind zu Gullfoss und Geysir. Obwohl ich beide Sehenswuerdigkeiten eh schon SEHR oft gesehen habe ist es doch immer wieder nett dort. Und natuerlich musste Anna Xing sich diese Beruehmtheiten auch anschauen – sie war offensichtlich tief beeindruckt – soweit sie etwas sehen konnte, denn sie war sehr dick eingemummt in ihrem Rucksack. Samstag abends haben wir dann ein gemuetliches Fondue genossen und am Sonntag waren wir alle (dem grauen und regnerischen Wetter entsprechend) eher faul. Sind im Wochenendhaus herum gekugelt, waren froh als die Kinder schliefen oder ruhig spielten und haben getratscht oder eben geruht. Wir waren sogar zu faul um in den Hot Pot zu gehen. Naja, am Samstag war es wirklich etwas zu kalt (vor allem fuer die Kinder) und am Sonntag war es dann zu grau draussen.
Der einzige Stress am Wochenende war, dass Hunde in allen solchen Gewerkschafts-Wochenendhaeusern verboten sind. Also war Sámur ein „Illegaler“ der auf keinen Fall bemerkt werden durfte. Also schauten Abend- u. Morgenspaziergang so aus: Auto vom Parkplatz holen (durfte nicht vor dem Haus geparkt werden…), kontrollieren dass eh niemand in der Naehe ist, Hund schnell ins Auto verfrachten und dabei innigst hoffen dass er keinen Beller von sich gibt auf dem Weg, ca 5-10km weg vom Gelaende fahren, mit dem Hund spazieren gehen, dann die gleiche Prozedur wieder retour. Und natuerlich haben wir das Haus am Sonntag von oben bis unten durch geputzt. War auch dringend notwendig denn die Mieter vor uns haben das offensichtlich nicht getan. Aber wir mussten um sicher zu gehen dass die Mieter nach uns nicht an der in Island so gefuerchteten Hundeallergie eingehen…..(Allergie ist das Argument warum man in Island Hunde nirgendwohin mitnehmen darf – ich frage mich immer warum in der restlichen Welt die Menschen dann nicht wie die Fliegen an Allergien sterben?? – okay, bin schon wieder still).
Auf jeden Fall war es ein sehr schönes Wochenende und es tat sehr gut mal wieder raus zu kommen und die immer gleiche Routine etwas aufzulockern.

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