Genialer Islandtag
Zuerst: die Reise gestern ging gut. Die Zugfahrt war okay, der Zug war sehr voll, aber wir hatten ja Platzkarten. Die Mädls haben gejausnet, Eva Dora hat kurz geschlafen und Anna Xing hat gezeichnet und gebastelt. Die letzten 30 Minuten haben wir ihnen mit „Computerfernsehen“ verkürzt. Die Warterei im Flughafen war dann doch lange, aber zum Glück gibt es ja den großen Spielplatz beim McDonalds. Aber als wir so gegen 22:30 endlich ins Flugzeug durften, waren die Mädls (und auch wir) doch schon sehr müde. Vor allem Anna Xing hat den Start noch sehr interessiert verfolgt. Als dann die Wolkendecke kam, haben sich die Mädls gemütlich hingesetzt und sind innerhalb einer halben Minute eingeschlafen, Einar schlief nach einer Minute und ich habe auch kurz gerastet, hatte aber etwas Troubles, meine Füße unterzugringen und saß ungemütlich. Anna Xing hat sogar die Landung verschlafen, obwohl ich versuchte, sie aufzuwecken. Eva Dora musste zuerst durch den Ohrendruck recht weinen, hat sich aber dann erholt und fragte nach der Landung als erstes, wo denn jetzt die Vulkane seien.
Einars Onkel Kauri hat uns abgeholt, allerdings leider mit einem Auto, das irgendwie gerade dabei war kaputt zu gehen und so sind wir mit ca 70km doch sehr langsam nach Reykjavik gezockelt und die Mädls haben alle 2 Minuten gefragt, wann wir endlich da seien….naja, nach „ihrer“ Zeit war es ja so 3-4 Uhr in der Früh. Als sie dann endlich im Bett und verstaut waren, war es nach unserer Zeit ja schon kurz vor 5 Uhr.
Um 7 Uhr Ortszeit waren sie wach, wir sind dann doch schon um 8 Uhr aufgestanden und fuhren in eine Bäckerei frühstücken. Das Haus von Einars Onkel Siggi ist okay, wir haben viel Platz und auch einen Garten, nur eben noch keine Lebensmittel und der Bonus (Hofer) sperrt hier erst um 12 Uhr auf.
Das Wetter war so herrlich und Einars Mutter eh noch nicht da, dass wir beschlossen, nach Nesjavellir und Thingvellir zu fahren. Die Mädls sind ja derzeit vulkanbegeistert. Also haben sie die Dampfsäulen in Nesjavellir fasziniert und ich habe ihnen Lavasteine gezeigt und die unterschiedlich rauhe Oberfläche angreifen lassen. Dazu das weiche Zackenmützenmoos. Und jetzt wissen sie auch, wo das Heißwasser in der Wasserleitung von Reykjavik herkommt – bin halt doch die Tochter meiner Mutter, wenns bei mir auch keine tertiären Talböden sondern Vulkane und Lava sind. Dann haben wir gleich beim Kraftwerk Nesjavellir eine Stelle gefunden, wo man im 40 Grad warmen Abwasserfluss (sauberes, warmes Kühlwasser) toll baden konnte und das haben wir Mädls sehr genossen – Einar ist ja kein „Bader“. Dann sind wir blosfüßig im Moos herumgelaufen und haben Heidelbeeren gepflückt. Den Kids hats wirklich getaugt.
Nach Würsteln in der Raststation bei Thingvellir sind wir dann runter zum See und wollten eigentlich nur ganz kurz schauen wie es dort jetzt ohne Hotel (ist ja versicherungstechnisch günstig abgebrannt) aussieht. Das wurde zu einem längeren Spaziergang in super Wetter um das Gebiet von Thingvellir. Mich überkam dieses unheimlich starke Gefühl meine Reiseleiterrede zur Geschichte Thingvellirs und Islands anzubringen, hab sie aber Einar zuliebe unterdrückt – werde heute Nacht sicher im Schlaf reden! Und die Story mit dem Erdbeben von Thingvellir habe ich den Kindern nicht erzählt, da sie ja schon wegen des Vulkanismuses andauernd meinen, dass man hier oder dort nicht hingehen soll, weil es zu gefährlich ist (vor allem in Nesjavellir, wo schon ein Vulkan ist, der aber derzeit schläft – so hab ich ihnen das erklärt). In jeder Wolke über einem Vulkan sehen sie einen Vulkanausbruch….
So gegen 3 Uhr waren wir wieder in Reykjavik und fuhren direkt zu Anna Bibi, nach der Anna Xing schon den ganzen Tag gefragt hat. Ich ging kurz einkaufen, was eher anstrengend war, da ich ja wieder jedes Produkt kontrollieren musste und sich in den letzten 18 Monaten die Produkte zum Teil sehr verändert haben – was es früher gab, gibt es teilweise nicht mehr oder nun eben von anderen Anbietern. Gegen 6 Uhr war dann auch Einars Mutter zuhause (sie war für 6 Wochen in den Westfjorden und kam erst heute zurück) – Anna Xing hat sich offensichtlich sehr gefreut, sie endlich wieder zu sehen und auch Eva Dora ist ihr sofort zugelaufen, obwohl sie ihre Amma ja zuletzt gesehen hat, als sie 14 Monate jung war. Wir haben bei ihr das Abendessen gegessen und dann die sehr müden Mädls hier in Grafarholt ins Bett gesteckt. Einar ist jetzt mit seinem Bruder unterwegs und ich werde bald im Bett sein….
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