Nanning a la Götzinger Tours
Nach einer durchschlafenen Nacht wachte Anna Xing um 07:30 laechelnd auf. Ein neuer Tag, ein neues Abenteuer mit ihr. Wir lernen uns immer besser kennen, es ist einfach fantastisch.
Am Vormittag fuhren wir mit der ganzen Gruppe in einen Tiergarten – naja, zum Glueck war ich mit Anna zu sehr beschaeftigt um mich ueber Baeren in schattenlosen Gehaegen oder einen Tiger in einem kleinen Schaukaefig aufzuregen. Ein Teil der Tiere hatte gute Gehaege, ein Teil eben nicht.
Es war SEHR heiss und noch feuchter im Tiergarten und Mama war die Gescheiteste von uns allen und ist den Tiergarten im Minizug abgefahren. Wir gingen eine halbe Stunde, dann gaben auch wir erschöpft auf. Anna Xing war innerhalb von Minuten nass geschwitzt, wir auch, dennoch hielt sie sich tapfer – und das obwohl im oberen Kiefer ein Zahn durch kommt.
Nach dem Tiergarten fuhr die Gruppe in ein Shopping Center – wir 4 liesen diesen Programmpunkt ausfallen, alle waren wir etwas erschöpft und dieses Shopping Center hat mich schon am Montag nicht von den Socken geworfen. Wir fuhren ins Hotel und Einar und Anna Xing hielten ein Mittagsschlaefchen waehrend Mama und ich tratschten.
Mama hat aus einem Fuehrer Infos ueber einen Platz im Zentrum von Nanning gefunden und wir beschlossen dorthin zu fahren und uns Nanning auf eigene Faust anzuschauen. Kurz nach halb sechs Uhr brachen wir auf, da war es nicht mehr so unertraeglich heiss.
Der Platz war super, nur Chinesen dort die sangen, Karten spielten, tratschten und vor allem aber uns seltsame Gruppe mit den Blicken verfolgten. Dann fanden wir ein 3 stöckiges Kaufhaus China-Style. Also eine unmenge kleinster Laden aneinander gereiht, jeder nur ein paar Quadratmeter gross. Nur Chinesen dort, wieder erregten wir eher Aufsehen. Leider wurden alle Laeden um 6 Uhr zu gesperrt aber wir hatten doch Zeit einmal durch zu laufen. Ein Erlebnis der besonderen Art – fand auch Anna Xing die gluecklich schauend in ihrem Rucksack sass – bis sie einschlief.
Dann gelangten wir in eine sehr belebte Einkaufsstrasse, viele kleine Strassenkuechen dort, aber wir getrauten uns dann doch nicht dort zu essen. Wieder ewig viele kleine Laeden – habe ein paar Kinderkleidchen um 2 Euro das Stueck erstanden – neu, nicht gebraucht. Sobald man aus den Touristenkreisen raus kommt wird alles sehr billig. Hier war Trubel und Leben, genau so wie man sich in Europa China vorstellt. Einfach toll.
Wir wollten zur Yongjiang Bruecke kommen aber es war doch noch ein Stueckchen Weg also haben wir 2 Rikschas gemietet, Mama eine Motorrad-Rikscha und wir eine deren Fahrer mit dem Fahrrad fuhr – wir wollten nicht dass Anna Xing die Abgase einatmet. Es war keine lange aber eine abenteuerliche Fahrt. Nett war dass der Motorradfahrer unseren Radfahrer bergauf einfach antauchte! Diese Rikschas waren offensichtlich nicht fuer Touristen sondern fuer Einheimische gedacht.
Wir wurden ueber die Bruecke gefahren und stiegen (mitten auf der Fahrradspur im Hauptabendverkehr) aus. Fanden am Flussufer eine Art kleinen Park und dort haben doch wirklich etliche Leute (eigentlich nur Maenner) im nicht besonders sauberen Fluss gebadet. Dort lagen dutzende Hausboote am Ufer, alle bewohnt. Eine besondere Szenerie und ich habe sie ausgenutzt um eine doch schon etwas hungrige Anna Xing zu fuettern (die Rikscha-Fahrt hatte sie aufgeweckt).
Die Taxifahrt zum Hotel zurueck wurde laenger als geplant – ich weiss nicht ob es wirklich nicht möglich war am naechsten Kreisverkehr umzudrehen und wieder ueber die Brucke direkt zum Hotel zu fahren. Oder ob der Taxifahrer willentlich einen eher sehr langen Umweg quer durch halb Nanning fuhr – dank Mamas Stadtplan wussten wir immer wo wir gerade waren. Naja, so haben wir eben die Taxiindustrie mit statt 0,7 Euros mit 3 Euros unterstuetzt. Mama hat es gelassen genommen.
Der Nachmittag war ganz im Sinne von Götzinger Tours und wir habe alle 4 unsere Extratour abseits der Gruppe und der sonst eher ausgetretenen Touristenpfade sehr genossen.
Unsere naechste Tat war ein Bad von Anna Xing und Susanne – die Kleine hat fröhlich vor sich hin geplantscht, dann hat sie noch gegessen (im Restaurant, diesmal Nudeln…) und schlaeft jetzt wohl doch etwas erschöpft. Die Arme, gleich in ihren ersten Tagen wird sie auf typische “Götzinger Tours” Abwege geschleppt, an den komischsten Orten gefuettert und fuhr im Rucksack sitzend in einer Rikscha. Bis jetzt nimmt sie dies alles sehr gelassen hin, scheint den Trubel auf ihre ruhige Art eher zu geniessen. Sie scheint wirklich gut zu uns zu passen – hoffentlich ist auch sie mit uns zufrieden!
Category: Almennt-General, Reisebericht China