Zhuang Dorf
Und wieder war Anna Xing gnaedig und liess uns durchschlafen, sie wachte um kurz vor halb acht auf, diesmal nicht ganz so fröhlich da ein Zahn sie plagt. Sie war den ganzen Vormittag ein kleines armes Maeuschen, dann hat sie sich aber erfangen und war den Rest des Tages fröhlich und vergnuegt – soweit man das bei dieser feuchten Hitze hier sein kann.
Am Vormittag machte die ganze Gruppe eine Extratour zu einem Zhuang Dorf auf dem Lande. Die Zhuang sind die grösste Minderheitengruppe hier in Guangxi und wohl alle Kinder in unserer Gruppe stammen vom Land und von der Gruppe der Zhuang. Wir fuhren erst in so eine Art kultureller Park mit kleinen Vorfuehrungen, einem kleinen traditionellen Imbiss und einem kleinen Museum. War sehr interessant wenn auch etwas touristisch. Haben einige schöne handgemachte Dinge fuer Anna Xing erworben um ihr spaeter zumindest ein bisschen etwas von ihrer Kultur zeigen zu können.
Dann blieben wir noch ein einem winzigen Dorf stehen und konnten das “Haus” einer Bauernfamilie sehen, wie zu erwarten war herrscht auf dem Land grosse Armut. Es ist sehr erschuetternd als “reiche” Westler in ein so armes Haus zu kommen mit einer Tochter im Arm die sogar aus genau diesem Dorfe kommen könnte.
Noch dramatischer wird der Eindruck da die Landschaft rund herum umwerfend schön ist, gruen mit dicht bewachsenen Huegeln dazwischen.
Es war SEHR heiss und noch feuchter, man konnte sich im Freien fast nicht aushalten und eher erschöpft fielen wir dankbar in unseren klimatisierten Bus – wie es die Menschen die hier leben aushalten weiss ich nicht.
Wir assen im Hotel zu Mittag, dann wurde Anna Xings Passfoto gemacht und schliesslich hielten sie, Mama und ich ein Mittagsschlaefchen waehrend Einar am Computer sass. Als wir aufwachten schlief Einar ein.
Mama hat den spaetern Nachmittag im Swimmingpool des Hotels verbracht, im herrlichen Wasser geturnt und geschwommen und sich dann mit einem Chinesen offenbar ueber Mozart und Musik unterhalten.
Anna Xing und ich gingen einfach spazieren, entlang einer Einkaufsstrasse mit unzaehligen kleinen Geschaeften, ich sah zirka 5 Geschaefte neben einander in denen man Leuchtsirenen fuer Polizeiautos oder Funkgeraete kaufen konnte – weiss aber nicht ob man dafuer nicht doch einen Berufsausweis oder eine Genehmigung braucht. Anna Xing sass wieder begeistert in ihrem Rucksack und wir weckten doch ziemliches Aufsehen, viele Leute schauen uns nach, viele laecheln uns an und sagen offenbar nette Kommentare.
Wir stolperten unerwartet ueber eine Geschaeftseröffnung zu deren Anlass “Tanzende Löwen” eine Vorfuehrung gaben, war wirklich toll.
Dann Abendessen in einem sehr guten Lokal im Hotel wo man von Kamelfleisch ueber Thailaendisches Essen bis zu russischer Gulaschsuppe und “Wiener Wuerstchen” alles vom Buffet bekam.
Dann wurde Anna Xing gebadet, gewickelt und gefuettert und sollte seit einer Stunde schlafen – aber unser Aeffchen ist anderer Meinung. Mal schaun wer zuerst schlaeft, Einar oder Anna Xing – geboren im Jahr des Affen und es sind Affenlaute die sie gerade von sich gibt anstatt zu schlafen.
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